ViaGottardo – Entdeckungen abseits der Transitroute

Wirtschaftliche Bedeutung und Überhöhung als Lebensader einer unabhängigen Schweiz machen die ViaGottardo zu einer spannenden Reiseroute durch Geschichte und Mythologie des Landes. Die traditionsreiche Route bietet neben bekannten Attraktionen wie die Teufelsbrücke, die Tremolastrasse und die Burgenlandschaft von Bellinzona auch viele verborgene Natur- und Kulturschätze, die auf ihre Entdeckung warten.

Geschichte

 

Was wäre der Gotthardpass ohne seine Zufahrten? Aus drei Richtungen erreicht die ViaGottardo den zentralen Alpenpass: von Chiasso im Süden, von Schaffhausen im Nordosten und von Basel im Nordwesten der Schweiz. Unterwegs lassen sich vielfältige Spuren dieser Verkehrsbeziehungen entdecken.

Wie keine andere Route der Schweiz hat die Transitverbindung über den Gotthard die Landschaft geprägt. Dabei stehen Jura und Mittelland als Verkehrslandschaften seit jeher im Schatten der symbolträchtigen Monumente des Gotthardtransits: Die Teufelsbrücke verkörpert die folgenreiche Öffnung der Zentralschweiz im Mittelalter, die Tremolastrasse den bahnbrechenden Kunststrassenbau durch die Alpen, die Gotthardbahn den Siegeszug der Industrialisierung, der Autobahntunnel die Massenmotorisierung und sonnige Ferienträume, die Neue Eisenbahn-Alpentransversale Neat eine zukunftsweisende Verlagerung des Transitverkehrs auf die Schiene.

Trotz geografischer Vorzüge und der relativ kurzen Anfahrten mit einem einzigen Übergang wurde die Gotthardroute im Vergleich mit den Bündner Pässen oder dem Grossen St. Bernhard spät für den Fernhandel ausgebaut. Um das Jahr 1200 wurde die Schöllenenschlucht sehr wahrscheinlich passierbar gemacht, was als Beginn des Handelsverkehrs auf der Gotthardroute betrachtet wird. Der Passübergang war zweifellos schon seit römischer Zeit bekannt, diente jedoch in erster Linie einem spärlichen Regionalverkehr zwischen Urseren und der Leventina.

Mit der durchgehenden Strasse von Flüelen ins Tessin brach über den Gotthardpass das Postkutschen-Zeitalter an. Ab 1832 verkehrte einmal und ab 1834 dreimal pro Woche eine Kutsche über den Pass. 1842 wurde eine tägliche Verbindung von Luzern nach Mailand eingerichtet, die damals 31 Stunden dauerte. Der Reise- und der Güterverkehr wuchsen enorm an, als 1837 anstelle der langsamen und wetterabhängigen Ruderfähren Dampfschiffe auf dem See verkehrten. Nach der Eröffnung der Axenstrasse im Jahr 1865 nahm der Verkehr weiter zu. Man schätzt, dass um 1870 rund 70 000 Reisende und 10 000 bis 20 000 Tonnen Güter auf der Passstrasse befördert wurden.

Die Gotthardroute ist heute die bedeutendste Nord-Süd-Verbindung durch die Schweiz. Wirtschaftlich gesehen kann ihr dieser Status jedoch frühestens seit der Eröffnung des Eisenbahntunnels im Jahr 1882 zugeschrieben werden. Für das Selbstverständnis der Schweiz hat der Übergang jedoch nicht nur im Kontext mit Handel und Verkehr einen hohen Stellenwert. Als Verbindung durch die Geburtsstätte der Eidgenossenschaft, als Ort, wo drei verschiedene Kulturen aufeinander stossen und als Zentrum des Réduits während der beiden Weltkriege entwickelte sich der Gotthard im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts zu einem nationalen Mythos.

Route

 

Die Reise auf der ViaGottardo beginnt in der Hafenstadt Basel (Wanderland-Route 7) oder in Bargen bei Schaffhausen (Wanderland-Route 77) und setzt sich fort durchs Mittelland und über die Seen der Zentralschweiz. Von hier führt nur noch ein Weg über die Alpen in den Süden (Wanderland-Route 7).
Insgesamt umfasst die ViaGottardo 27 Tagesetappen. Je nach Wahl des Ausgangsorts besteht die Route aus 20 oder 21 Tagesetappen.

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